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Tübinger Opfer der NS-„Euthanasie“: Stolperstein-Verlegung 24.6.2022 und Begleit-Programm

Foto Stolperstein für Rosalie Weil ,it drei weißen Rosen

 

Stolperstein-Verlegung Freitag, 24.6.2022

Am 24.06.2022 werden in Tübingen 20 weitere Stolpersteine an 18 Orten verlegt.
Die Steine erinnern mit

  • sechs Steinen an jüdische Bürger,
  • elf Steinen an Bürger, die wegen einer „Behinderung“ in Grafeneck ermordet wurden und
  • drei Steinen an Bürger, die politischer Verfolgung ausgesetzt waren.

Mitglieder der Stolperstein-Initiative Tübingen und Schülerinnen und Schüler der Geschichts-AG (11. Klasse) an der Geschwister-Scholl-Schule unter Leitung von Dr. Julia Murken haben die Biographien der Opfer recherchiert.

 

Beginn: Freitag, 24.06.2022 um 9 Uhr am Holzmarkt 2,
weitere Orten folgen im Halbstundentakt.

Am Holzmarkt 2: ein Stein für Johanna Katz

Am Nonnenhaus 7: ein Stein für Eugen Waiblinger

Neustadtgasse 3: ein Stein für Ferdinand Zeeb

Mauerstraße 2: ein Stein für Ferdinand Hartmaier

Herrenberger Straße 11 ½: ein Stein für Johanna Hilb

Stöcklestraße 22: ein Stein für Gertrud Schaal

Herrenberger Straße 77: ein Stein für Gustav Scholz

Hirschauer Straße 2: ein Stein für Heinrich Finckh

Uhlandstraße 10 B: ein Stein für Hermine Mayer

 -----  MITTAGSPAUSE bis 13.30 Uhr -----

Friedrichstraße 11: drei Steine für Familie Marx

Ulrichstraße 5: ein Stein für Julius Zydower

Hegelstraße 3: ein Stein für Gottlob Frank

Moltkestraße 24: ein Stein für Kolomann Kollmann

Brühlstraße 4: ein Stein für Richard Engelfried

Sieben-Höfe-Straße 55: ein Stein für Anna Steinhilber

Wilhelmstraße 87: ein Stein für Sofie Ruf

Goethestraße 9: ein Stein für Julie Majer

Payerstraße 12: ein Stein für Ernst Walter Schwarz

Gegen 18.00 Uhr enden die Verlegungen mit einem kleinen gemeinsamen Abschluss in der Kreuzkirche, Payerstraße 11

Ermordet wurden aufgrund

  • jüdischer Herkunft: Johanna Katz, Johanna Hilb, Ludwig Marx, Paula Marx, Julius Zydower
  • politischer Haltung: Ferdinand Zeeb, Gottlob Frank, Julie Majer
  • der Zuschreibung „unwertes Leben“: Eugen Waiblinger, Ferdinand Hartmaier, Gertrud Schaal, Gustav Scholz, Heinrich Finckh, Hermine Mayer, Koloman Kollmann, Richard Engelfried, Anna Steinhilber, Sofie Ruf, Ernst Walter Schwarz

Bei den elf Steinen für Bürgerinnen und Bürger, die wegen einer „Behinderung“ in Grafeneck ermordet wurden, erinnern Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Workshops der Lebenshilfe Tübingen e.V. an deren Lebenswege und Lebensumstände.

Mit mehr als 90 000 verlegten Steinen ist das Stolperstein-Projekt des Künstlers Gunter Demnig das größte dezentrale Mahnmal Europas. 82 Messingplatten – versehen mit Namen, Geburts- und Todesdatum sowie einem Hinweis auf das Schicksal der Person – wurden bislang in Tübingen verlegt. Beendet ist die Erinnerungsarbeit damit aber noch nicht.

Den Flyer zur Verlegung finden Sie hier.

 

Begleit-Programm „ … dass des ans Licht kommt …“  vom 23.6. bis 5.7.2022

Am 24. Juni 2022 werden in Tübingen insgesamt 20 Stolpersteine verlegt für Tübinger Bürgerinnen und Bürger, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft, ihrer politischen Haltung oder der Zuschreibung „unwertes Leben“ ermordet wurden.
Erstmalig wird damit in Tübingen an 11 Menschen erinnert, die Opfer der NS-„Euthanasie“ wurden. Das Begleit-Programm stellt vor allem diese Opfer-Gruppe in den Vordergrund.

Donnerstag, 23. Juni 2022, 19:00 Uhr Kreuzkirche, Payerstraße 11
Stolpersteine – Spuren und Wege
Gunter Demnig stellt das Stolperstein-Projekt im Rahmen seines künstlerischen Werkes vor. Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in 1265 Kommunen Deutschlands und in einundzwanzig Ländern Europas.
Veranstalter: Stolperstein-Initiative Tübingen

Samstag, 25. Juni 2022, 17:00 Uhr Thiepval-Vorplatz
Hierbleiben – Spuren nach Grafeneck
Straßentheater des Theater Reutlingen Die Tonne
1940: Aus verschiedenen Einrichtungen wurden Menschen in grauen Bussen zum Schloss Grafeneck auf der Schwäbischen Alb gebracht. Wenig später erhielten ihre Angehörigen die Nachricht vom überraschenden Ableben ihrer Verwandten. Unter dem Decknamen T4 wurden systematisch und in großem Rahmen Menschen umgebracht, die den Nazis als Behinderung für die Gesellschaft erschienen. Innerhalb nur eines Jahres waren es in Grafeneck 10.654 Menschen mit Behinderungen aus Baden-Württemberg und anderswo, die auf diese Art in der eigens dafür eingerichteten Gaskammer in Grafeneck ermordet wurden.
Das inklusive Tonne-Ensemble hat sich seit Anfang 2020 mit der künstlerischen Umsetzung dieser Ereignisse und Fakten befasst und mehr als 25 Mal die Produktion open air als Straßentheater zur Aufführung gebracht.
Veranstalter: Habila GmbH, FORUM INKLUSION und Stolperstein-Initiative Tübingen
Hier finden Sie das Plakat und den Flyer zur Veranstaltung.

Dienstag, 28. Juni 2022, 18:30 Uhr Landratsamt, Wilhelm-Keil-Str. 50
„Euthanasie“-Morde im Nationalsozialismus: Die Schicksale der Opfer erforschen
Vortrag von Christian Hofmann,
im Anschluss an den Vortrag: Workshop mit dem Referenten und Kreisarchivar Dr. Wolfgang Sannwald.
Vortrag:
Der Referent befasst sich seit 2011 intensiv mit Archivalien, anhand derer die „Euthanasie“-Morde in Württemberg und damit auch in unserer Region erforscht werden können. Hofmann wird auf die unterschiedlichen Quellen in staatlichen, kommunalen, institutionellen und kirchlichen Archiven eingehen und die organisierten Morde, die als „Kinder-Euthanasie“, als „Aktion T4“, als „Aktion 14f13“ und als „dezentrale Euthanasie“ bekannt geworden sind, systematisieren. Christian Hofmann, Jahrgang 1996, ist Kommunalarchivar.
Workshop:
Im Workshop ab 19.30 Uhr werden Christian Hofmann und Kreisarchivar Dr. Wolfgang Sannwald konkrete Vorgehensweisen zur Erforschung der individuellen Verfolgungsgeschichten von Opfern der "Aktion T4" aufzeigen. Dabei stellen sie die unterschiedlichen Quellen im Landesarchiv Baden-Württemberg und in den Kommunalarchiven vor und ordnen sie in ihren Entstehungskontext ein. Im Workshop stehen Quellenbeispiele zur Verfügung anhand derer die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Forschungen vorbereiten können. Hofmann stellt unter anderem die Bestände des Landesarchiv Baden-Württemberg und dessen online zugängliche Recherchemöglichkeiten vor. Es besteht auch Gelegenheit, sich über den gesellschaftlichen Umgang mit Lebensgeschichten von "Euthanasie"-Opfern auszutauschen.
Anmeldung:
Das Landratsamt bittet darum, sich formlos unter der Mailadresse kultur@kreis-tuebingen.de für den Vortrag und/oder Workshop anzumelden.
Veranstalter: Landkreis Tübingen

Dienstag, 5. Juli, 18:00 Uhr Aula Mensa Uhlandstraße, Uhlandstraße 30
Grafeneck 1940 - Die Mordfabrik auf der Schwäbischen Alb
Film-Vorführung (45 Min.) mit anschließendem Gespräch
Zu Gast:
Marlene König (Lebenshilfe Tübingen e.V.) und
Dr. Wolfgang Sannwald (Kreisarchivar)
Im Zentrum dieser SWR-Dokumentation (2010) stehen drei Opfer und deren Hinterbliebene: Emma Dapp, deren Enkel Hans-Ulrich eine Biografie seiner Großmutter geschrieben hat, Martin Bader, dessen Sohn Helmut das Leben des Vaters recherchiert hat und Dieter Neumaier, der als Kind ermordet wurde und dessen älterer Bruder ihn nie vergessen hat. Grafeneck war die erste von sechs Tötungsanstalten im nationalsozialistischen Deutschland, in denen Menschen aufgrund ihrer Behinderung ermordet wurden.
Veranstalter: FORUM INKLUSION, Lebenshilfe Tübingen e.V. und Uhland-Gymnasium
Die Nutzung des Filmes erfolgt mit freundlicher Genehmigung des SWR.
Hier finden Sie den Flyer zur Veranstaltung.

Alle Veranstaltungsorte sind barrierefrei zugänglich.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Beteiligt an dem Begleit-Programm sind:

FORUM & Fachstelle INKLUSION
Habila GmbH
Landkreis Tübingen
Lebenshilfe Tübingen e.V.
Stolperstein-Initiative Tübingen
Uhland-Gymnasium Tübingen

Den Flyer zum Begleit-Programm „… dass des ans Licht kommt …“ finden Sie hier.

 

Dank
Wir bedanken uns bei der Universitätsstadt Tübingen, den Stadtwerken Tübingen, der Reinhold Beitlich Stiftung und der Wegrand-Stiftung für die freundliche Unterstützung.
Für das Straßentheater am 25. Juni 2022 bedanken wir uns bei der Eigentümergemeinschaft für die Nutzungsgenehmigung des Thiepval-Platzes.

 

Spendenkonto Stolperstein-Verlegung 24.6.2022

Bitte unterstützen Sie die weitere Verlegung von 20 Stolpersteinen am 24.6.2022 mit Ihrer Spende.
Bitte überweisen Sie Ihre Spende mit dem Kennwort Stolpersteine auf das
Konto der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde bei der Kreissparkasse Tübingen:
IBAN: DE74 6415 0020 0000 2372 37 BIC: SOLADES1TUB
Wenn Sie auf dem Überweisungsformular Ihre Adresse angeben, erhalten Sie einen Dankbrief sowie bei einer Spende über 200 € eine Spendenbescheinigung. Bei einer Spende bis 200 € genügt für das Finanzamt der Konto-Auszug.

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